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Lyrikpreisträger 2004: Michael Donhauser Alfred Gruber Preis: Jan Wagner Förderpreis: Silke Scheuermann
Der Lyrikpreisträger 2004 heißt MICHAEL DONHAUSER, Jahrgang 1956 (* in Vaduz-Liechtenstein), lebt seit Mitte der 80er Jahre als freischaffender Autor in Wien und hat bereits eine lange Reihe von Veröffentlichungen hinter sich. Die Begründung der Entscheidung/1. Preis: Mit der Imagination seines Schauens und seinem genauen Blick gelingt Michael Donhauser ein großes Gedicht von der Natur. Ohne die Härten von Gesellschaft und Geschichte auszusparen, macht seine anschauliche Sprache das Vergehen der Zeit für alle Sinne erfahrbar. Mit präzisem Ohr und klarer Melancholie zeichnet er ein zeitgenössisches, hell leuchtendes Tableaux der Vergänglichkeit.
Den Alfred Gruber Preis erhielt JAN WAGNER, Jahrgang 1971 (* in Hamburg). Der junge Lyriker und Übersetzer englischsprachiger Literatur hat schon zahlreiche Literaturpreise und Stipendien erhalten. Er lebt als Autor, Rezensent und Übersetzer in Berlin. Die Begründung der Entscheidung/2. Preis: Jan Wagner erhält den Alfred-Gruber-Preis der Stadtgemeinde Meran für seine vielschichtigen Gedichte aus sich überkreuzenden Text- und Bilderwelten und präzisen Rückgriffen auf die lange Geschichte der dichterischen Formen und Töne. In seinen Texten finden sie zu einer kunstvollen Einheit; seine Sensibilität und Imagination versichert den großen Themen von Geschichte und Tod überraschende Prägnanz und Aktualität.
Der Förderungspreis ging an die Jüngste unter den neun Finalisten, an SILKE SCHEUERMANN aus Karlsruhe (*1973). Seit 2001 begeistert sie die Literaturszene mit ihren Gedichten und Erzählungen, was ihr bereits renommierte Preise und Stipendien eingebracht hat, darunter den Leonce-und-Lena Preis und das Literaturstipendium Lana. Sie lebt heute in Frankfurt am Main. Die Begründung der Entscheidung/3. Preis: Silke Scheuermann wird der Förderpreis zugesprochen, weil sie in ihren Gedichten Alltagserfahrungen und zwischenmenschliche Beziehungen auf überraschende und kohärente Weise mit mythologischen Stoffen verknüpft. Mit Leichtigkeit und sprachlicher Unangestrengtheit gelingen ihr poetische Bilder von suggestiver Kraft.
DIE FINALIST/INNEN 2004
Michael Donhauser (* 1956) lebt seit 1976 in Wien, seit 1986 zahlreiche Veröffentlichungen, seit 1996 Auslandsaufenthalte Matthias Göritz (* 1969) lebt als Schriftsteller in Hamburg, Veröffentlichungen seit 2000, Auslandsaufenthalte, Stipendien und Preise; zur Zeit Gastautor an der University of Iowa Barbara Hundegger (* 1963) lebt und arbeitet als Schriftstellerin in Innsbruck, Veröffentlichungen, auch Auftragswerke und zahlreiche Preise und Stipendien Jean Krier (* 1949) lebt und arbeitet in Luxemburg, zahlreiche Gedichtveröffentlichungen und Lesungen Andreas Neeser (* 1964) im Kanton Aargau (CH) aufgewachsen, wo er heute auch lebt, zuerst als Lehrer tätig, seit 2003 Intendant des Literatur- und Sprachhauses "Müllerhaus" in Lenzburg; Veröffentlichungen in mehreren Genren Silke Scheuermann (* 1973) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main, zahlreiche Stipendien, Auslandsaufenthalte (darunter 2003 Literaturstipendium Lana) Jörg Schieke (* 1965) lebt in Leipzig, arbeitete bisher als Redakteur und Verlagslektor Jan Wagner (* 1971) lebt seit 1995 in Berlin, vor allem als Übersetzer und Rezensent tätig, zahlreiche Förderungen Hansjörg Zauner (* 1959) lebt in Wien und in Obertraun (A), zahlreiche Veröffentlichungen und Preise, auch visuelle Arbeiten und Filme
Die KanditatInnen im Überblick Herkunft: 4 aus Deutschland, 3 aus Österreich, 1 aus der Schweiz und 1 aus Luxemburg Alter: die jüngste ist die 31jährige Silke Scheuermann, der älteste der fünfundfünfzigjährige Jean Krier Geschlecht: 2 Frauen und 7 Männer Ausbildung: ohne Ausnahme haben alle ein Universitätstudium im Bereich Geistes- bzw. Literaturwissenschaften (Germanistik, Anglistik, Romanistik oder Theaterwissenschaften) hinter sich Beruf: die meisten leben zum Großteil vom Schreiben, wenn auch nicht von der Veröffentlichung ihrer Gedichte Bekanntheitsgrad: unter den FinalistInnen finden sich einige namhafte AutorInnen Ausschreibung Im deutschsprachigen Raum ist der Lyrikpreis Meran nicht nur zum Begriff geworden: Medien- und literarische Fachwelt schauen alle zwei Jahre begeistert nach Südtirol. Nein, der Meraner Literaturwettbewerb und Literaturtreff ist auch einzigartig in seiner Austragungsart, denn im Mittelpunkt steht Lyrik im Gespräch, steht die Debatte um den Text und die Trends in der zeitgenössischen Lyrik, nicht nur das Vortragen der Texte. Das geht stets einher mit neuen Impulsen für die Literatur- und die Verlagsszene. Der Wettbewerb findet heuer zum siebten Mal statt, vom 13. bis 15. Mai 2004 im Pavillon des Fleurs.
Organisiert und ausgeschrieben wird der Preis von der Kurverwaltung Meran und vom Kreis Südtiroler AutorInnen im Südtiroler Künstlerbund.
Teilnahmeberechtigt sind deutschsprachige und deutschschreibende Autorinnen und Autoren, die mindestens einen eigenständigen Lyrik- oder Prosaband veröffentlicht haben (nicht Eigenverlag).
373 Manuskripte sind bis zum Einsendeschluss am 31. Oktober 2003 eingetroffen, 30 davon wurden wegen verschiedener Mängel sofort ausgeschieden, die restlichen 343 wurden von einer Vorjury (Robert Huez/Verein der Bücherwürmer, Lana, Sieglinde Klettenhammer/Universität Innsbruck und Nina Schröder, Bruneck) ausgewertet und eine Auswahl von 63 Manuskripten/AutorInnen an die Hauptjury weiter geleitet. In die Endrunde des Lese-Wettstreits im Mai kommen neun AutorInnen (siehe eigene Pressemitteilung mit den Details zu den FinalistInnen), die - neben dem Vortrag der jeweiligen Gedichte – bei jeder Ausgabe eine kontroverse und heftige Diskussion über Literatur und insbesondere über Lyrik entfachen. Eröffnet wird der Meraner Lyrik-Wettstreit am Donnerstag Abend, 13. Mai. Die Preisverteilung erfolgt am Samstag, 15. Mai.
Die Preise für die Ausgabe 2004: Lyrikpreis Meran: 8.000 € (Südtiroler Landesregierung) Alfred Gruber Preis: 3.100 € (Gemeinde Meran) Förderpreis: 2100 € (Kurverwaltung Meran)
Zur Austragung "Lyrik im Gespräch": Die neun AutorInnen der Endrunde tragen am Freitag, 14. Mai und am Samstag, 15. Mai ihre Gedichte vor. Im Anschluss an die jeweiligen Lesungen findet das eigentlich Spannende, das Gespräch bzw. die Diskussion in Anwesenheit des Autors/der Autorin statt. An diesem Gespräch über die gerade vorgetragenen Texte, über moderne Lyrik und über Trends im Literaturbetrieb nehmen sowohl die JurorInnen als auch das Publikum und die AutorInnen teil. Zur Jury 2004 gehören: Hans-Jürgen Balmes (S. Fischer- Verlag, Frankfurt a.M.), Kurt Drawert (Autor, Darmstadt), Arno Dusini (Universität Wien), Ulla Hahn (Autorin, Hamburg), Konstanze Fliedl (Universität Salzburg - heuer neu hinzugekommen), Sibylle Omlin (Neue Zürcher Zeitung, Zürich) und Wolfgang Wiesmüller (Universität Innsbruck ). Die Texte der Lesungen werden rechtzeitig zur Eröffnung des Lyrikpreises in einem Band, der Arbeitsbroschüre veröffentlicht. Die Einbindung der Schulen und der Universität Zum zweiten Mal in der Geschichte des Lyrikpreises Meran werden Schülerinnen und Schüler der Oberschulen Meran aktiv ins literarische Geschehen um den Wettbewerb eingebunden. Die Projekte sind diesmal zwei: ein Lyrikpreis für OberschülerInnen, ausgeschrieben vom Verband der Meraner Oberschul-Bibliotheken und eine literarische Diskussion mit den FinalistInnen während der Lyrikpreis-Tage. Außerdem beschäftigt sich ein Workshop der Universität Innsbruck/Institut für Germanistik mit dem Lyrikpreis Meran und besucht die Veranstaltung.
Die Übertragung im Radio – Rai Sender Bozen Der lokale öffentlich-rechtliche Rundfunk RAI überträgt die Lesungen der FinalistInnen und einen Großteil der Diskussionen in ihrem Kulturprogramm am 14. Mai von 19.45 bis Mitternacht und am 15. Mai von 19.45 bis 23.00 Uhr.
Zur Geschichte des Preises: Der Lyrikpreis Meran wurde im Jahr 1993 vom mittlerweile verstorbenen Dr. Alfred Gruber (Literaturförderer) und vom Bürgermeister Merans, Franz Alber, ins Leben gerufen. Die bisherigen sechs Ausgaben fanden 1993, 1994, 1996, 1998, 2000 und 2002 statt. Ziel war und ist es, Lyrik ins Gespräch zu bringen, die Südtiroler Literaturlandschaft zu beleben und diese in die internationale Literaturszene einzubinden.
Wieso Meran? Weil die Kur- und Kulturstadt Meran eine bedeutende literarische Tradition aufweisen kann und als international renommierter Kurort mit großen literarischen Gästen glänzte, darunter Arthur Schnitzler, Christian Morgenstern, Franz Kafka, Gottfried Benn u.v.a.
Weitere Infos: Kreis Südtiroler AutorInnen im Südtiroler Künstlerbund Weggensteinstraße 12, 39100 Bozen, Tel. 0471 – 977037 oder E-Mail: info@kuenstlerbund.org oder Kurverwaltung Meran Freiheitsstraße 35, 39012 Meran, Tel. 0473 – 272016 oder E-Mail: info@meraninfo.it |
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