Bildende Kunst
 
Als primäre Plattform zur Präsentation der Sparte Bildende Kunst, einschließlich des stetig sich weitenden Repertoires neuer Medien, dient seit 1989 die vereinseigene Galerie Prisma in Bozen. Das nicht nur den Vereinsmitgliedern vorbehaltene Ausstellungsgeschehen umfasst jährlich 12 Werkvorstellungen der verschiedensten Kunstgattungen von Architektur-Design über Malerei-Grafik,Skulptur zu Installation und Video. Kontinuität in traditiongewachsener Formensprache und neues Ideengut mit innovativen Stilmustern wechseln sich dabei ab. Daraus resultiert ein vielfach heterogenes Ergebnis und Erscheinungsbild der in der Galerie zur Schau gestellten Exponate - ein Spiegelbild der aktuellen Kunstszene, in der sich Vieles gleichzeitig in ganz verschiedene Richtungen entwickelt und andauernd "Innovation" gesucht und durch die Kunstmarkt-Macher gefordert wird. Neben Einzel-,Gruppen und Austauschausstellungen (mit der Tiroler Künstlerschaft in Innsbruck und Lienz sowie fallweise mit Trient und darüberhinaus ) finden in den Galerieräumen auch Autorenlesungen, Buchvorstellungen und Workshops zu zeitnahen Themen des künstlerischen Schaffens statt. Ein besonderer Akzent wurde jüngst mit der von Sabine Fliri (Meran/London) kuratierten Ausstellung "Unexpected Encounters" gesetzt, die zu "unerwarteten Begegnungen" mit künstlerischen "Grenzgängern" aus westlichen und östlichen Kulturräumen geführt hat. Der SKB ist auch bestrebt und bemüht, den Bogen seiner Initiativen über den engeren Wirkbereich seiner Galerie hinaus zu spannen : Die berechtigten Wünsche der Mitglieder nach Vermittlung von Ausstellungsmöglichkeiten im In- und Ausland können jedoch nur in begrenztem Ausmaß erfüllt werden. Das individuelle Duchsetzungsvermögen wird von verschiedenen Faktoren bestimmt - nicht zuletzt vom Beziehungsgeflecht zu Galerien und deren Qualitätsansprüchen. Südtirol verfügt über ein dichtes Netz von örtlichen Galerien, die regelmäßig oder zu bestimmten Anlässen auch vom SKB genutzt werden können, so die Volksbank-Kunstgalerie und die Wohngalerie Tischler in Meran, den Ansitz Rosengarten der Marktgemeinde Lana, die Galerien in Eppan und Kaltern, das Stadtmuseum in Klausen, das Ragenhaus in Bruneck, die Galerie der Bezirksgemeinschaft Unterland in Neumarkt u.a. Treffpunkt und Gradmesser der internationalen Kunstszene sind Messen, bei denen Künstler, Kuratoren, Galeristen, Händler und Sammler sich begegnen und orientieren, die "Ware" Kunst zur Schau stellen, Trends erkunden, die "wahre" Kunst vetreten wollen bzw. zu entdecken hoffen. Dieser Herausforderung hat sich auch der SKB gestellt und bei der 6. Auflage der Internationalen Kunstmesse in Innsbruck unter 70 Ausstellern aus 10 Ländern mit einem eigenen Stand präsentiert. Die vom Ausschuss ausgewählten, teils bereits etablierten, teils jung profilierten neun Maler/innen,Bildhauer und Objektgestalter vertraten jeweils unterschiedliche, jedoch klar definierte Positionen innerhalb der Südtiroler Kunstlandschaft, was auch im befriedigenden Verkaufserfolg seinen Niederschlag gefunden hat. Der Interessenvielfalt einer "von Natur aus" von eigen-sinnigen Individuen geprägten Künstlergemeinschaft sucht der SKB auch durch Tagungen und Seminare entgegenzukommmen : So fand im Schloss Pienzenau in Meran eine dem Thema "Körpersprache - Bildsprache" gewidmete interdisziplinäre Arbeitswoche statt, bei der Musik-Tanz-Bewegungsrhythmen Synergien schufen, die in Farben und Formen der Malkunst umgesetzt und interpretiert wurden. Als grenzüberschreitendes Kunstprojekt mit internationaler Beteiligung hat sich die von Gerhard Prantl 1995 initierte "künstlerische denkwerkstatt in den bergen" bewehrt. Im Bergdorf Burgstein/Ötztal treffen sich alljährlich künstlerisch schaffende und kulturell engagierte Menschen zum Erfahrungs- Austausch, zur gemeinsamen kreativen Auseinandersetzung und Hinterfragung von zeitkritischen Themen. An diesem vom SKB und "Kleinen Kunstpalast"/Meran mitgetragenen Forum "solidarischer regionaler und internationaler Zusammenarbeit" haben sich im Sommer 2001 unter dem Leitmotiv "Die andere Seite - Schatten und Licht" auch bildende Künstler/innen und Schriftsteller/innen aus Südtirol beteiligt. Die Aktionswoche fand in Meran mit Performances, bildnerischen und literarischen Darbietungen an Litfass-Säulen und öffentlichen Plätzen ihren Abschluss. Unter dem Motto "Bozner Gärten" fanden sich auch 14 Kunstschaffende aus Süd- und Nordtirol in Bozen zusammen, wo private Eigentümer und öffentliche Gartenverwaltungen einen Sommer lang ihre Gärten bzw. Innenhöfe der Kunst geöffnet haben. Skulpturen,Objektgestaltungen und Installationen - auf das jeweilige Umfeld abgestimmt und in Stadtrundgängen "erwandert" - sollten "Orte miteinander verbinden, durch subtile Veränderungen und Eingriffe alltägliche Wahrnehmungsmuster aufbrechen ". "Der Schulung des Nachwuchses" - so die Formulierung in den Satzungen - hat der SKB bereits seit 1954 unter der langjährigen Leitung von Hans Prünster sein besonderes Augenmerk zugewandt. Noch bevor das Fach Kunsterziehung in den Mittelschulen Eingang gefunden hat, boten die Kurse des SKB (abgesehen von den Fachschulen in Gröden) vor allem jungen Talenten die einzige Möglichkeit im Lande, sich das handwerkliche Rüstzeug und die Grundelemente für eine weiterführende künstlerische Ausbildung anzueignen. Die auf alle Altersstufen ausgeweiteten Kursangebote namhafter Künstler und erprobter Kunsterzieher erstrecken sich über 5 bis 20 Einheiten zu je zwei oder der Stunden. Sie umfassen eine breitgefächerte Palette des künstlerischen Gestaltens, von den malerischen und grafischen Techniken über plastisches Formen zu Porträt- und Aktmalerei, Buchillustration, gelegentlich ergänzt und erweitert mit Video- und Fotokunst sowie Vorträgen zur Orientierung im Dickicht der zeitgenössischen Kunstproduktion. Trotz "Konkurrenz" der elektronischen Medien und Angebotsfülle der Freizeitindustrie ist der SKB weiterhin bestrebt, ein attraktives Programm für sinnerfüllte, musisch-kreative Beschäftigung und Leistung zu bieten.


Musik
 
Die Fachgruppe Musik im SKB besteht aus 24 Mitgliedern - vor allem Komponisten, aber auch ausübende Musiker und Verantwortliche im Musikleben Südtirols. In den letzten Jahren lag der Schwerpunkt der Tätigkeiten in der Vergabe von Kompositionsaufträgen. Die Aufführung der Werke erfolgte in Zusammenarbeit mit Konzertveranstaltern wie dem Festival zeitgenössischer Musik, Mahlerwochen Toblach, Festival geistlicher Musik, Brixner Initiative Musik und Kirche, Verband Südtiroler Musikkapellen. Der SKB war demnach für die Aufträge, die Veranstalter für die Aufführung zuständig. Seit einiger Zeit bemüht sich die Fachgruppe, Werke lebender und verstorbener Tiroler Komponisten auf CD zu dokumentieren. Bisher sind drei Produktionen verwirklicht worden : "Vita et mors" mit Orgelmusik von Ludwig Thuille, Josef Lechthaler, Oswald Jaeggi, Robert Nessler und Günther Andergassen (mit Bruno Oberhammer an der Pirchner-Orgel in der Bozner Franziskanerkirche), die weiteren Produktionen "Leicht verstimmmt" (zwei CD) mit Werken von Herbert Grassl sowie "Serenade" (in Kooperation mit dem Verein "Udtara") mit Werken von Eduard Lucerna, Johann B. Gänsbacher, Francesco Brazzo und Eduard Demetz (Ausführung durch das "Amarida Ensemble" unter der Leitung von Johannna Wassermann). Demnächst wird auch die Produktion "Metamusik" erscheinen, eine Kombination von zwei CD und Begleitbuch zu Klavierwerken von 17 Tiroler Komponisten unserer Zeit. Eine weitere Initiative der Fachgruppe besteht darin, sämtliche im SKB vertretenen Komponisten mit Biografie, Werkverzeichnis und verschiedenen Informationen durch das Medium Internet einem breiten Interessentenkreis zugänglich zu machen. Die Fachgruppe der Musiker - unter der Leitung von Josef Lanz - setzt sich aus Künstlern mit z.T. sehr verschiedenen Vorstellungen und Meinungen zusammen. Daraus ergibt sich aber auch ein Forum für Diskussionen über das Musikleben, entstehen neue Ideen und Impulse. Aus dieser Perspektive heraus ist das auf Schloss Runkelstein 2001 veranstaltete Symposion "Musik ! Wozu ?" entstanden, in dem Aspekte der Präsenz von Musik in verschiedenen Bereichen durchleuchtet wurden. Die Thematik wurde in Fachreferaten in einen übergreifenden Kontext gestellt und auch auf das lokale Geschehen projiziert. Als Dokumentation der Tagung wird eine Publikation erscheinen.


Kreis Südtiroler Autorinnen und Autoren
 
Im Dezember 1998 verstarb Alfred Gruber, der 1974 den "Kreis Südtiroler Autoren" im SKB gegründet hat. In seinem Geist hat Ferruccio Delle Cave die Tätigkeiten im "Kreis" weiter geführt, so in erster Linie die diversen Literaturpreise und Wettbewerbe. Unter diesen gilt der Meraner Lyrikpreis, den Alfred Gruber im Jahre 1993 gegründet hat und der heute zu den wenigen international ernstzunehmenden Wettbewerben für Lyrik zählt, als der namhafteste. In der Alfred Gruber gewidmeten sechsten Auflage wurde im Mai 2000 der renommierte Ostberliner Dichter und Suhrkamp-Autor Lutz Sailer mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Im November 2001 wurde - in enger Zusammenarbeit mit den Städten Brixen und Hall i.T. - der 1987 gegründete " Prosapreis Brixen - Hall" im Rahmen der 1100-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt Brixen im neuen Kulturzentrum der altehrwürdigen Bischofsstadt der in Bregenz lebenden Steirer Schriftstellerin Erika Kronabitter verliehen. Neben diesen beiden international geachteten Literaturpreisen steht der Preis für Ober- und Hochschüler/innen des "Kreises" und der Südtiroler Sparkasse seit 1988 für die Förderung junger Literatur in den Sparten Prosa, Lyrik und dialogische Texte. Auch er wurde im Herbst 2001 am Sitz der Bozner Sparkasse jungen, talentierten Autor/innen verliehen. In ehrendem Gedenken an Alfred Gruber gelang es Karin Dalla Torre, der Leiterin der "Dokumentationsstelle", und Ferruccio Delle Cave, im Mai 2001 eine Dokumentation über Alfred Gruber und seine vielfältige Tätigkeit unter dem Titel " 30 Jahre Literatur in Südtirol" (Edition Raetia, Bozen) in der Galerie Prisma vorzustellen. Neben den bereits erwähnten Unternehmungen weist der "Kreis" in den letzten drei Jahren eine Reihe von Begegnungen mit Südtiroler, österreichischen und deutschen Autorinnen und Autoren auf: Die Liste der illustren Vertreter/innen reicht von Alissa Walser bis Andreas Maier, Herbert Rosendorfer bis Joseph Zoderer. So hat im Frühjahr 2001 Andreas Maier seinen ersten im Suhrkamp -Verlag erschienenen Erfolgsroman "Wäldchestag" vorgestellt, im März 2002 Joseph Zoderer aus seinem neuen Roman " Der Schmerz der Gewöhnung" (Hanser-Verlag, München) gelesen. Erinnert sei an dieser Stelle aber auch an die unzähligen Schul- und Bibliothekslesungen, die vom "Kreis" finanziell mitgetragen wurden, an die verschiedenen Serviceleistungen für die Mitglieder und an die literarischen Workshops, an denen sich der "Kreis" beteiligt hat, so im Jahr 1999 am Schweizer Literaturfestival in Zug, an den beiden Ausgaben der "Literaturwoche in der Carambolage" in Bozen und an den "Bozner Bücherfrühling" 2001.


Dokumentationsstelle für neuere Südtiroler Literatur
 
Die Dokumentationsstelle in Bozen wurde von Alfred Gruber 1988 als eigenständiger Fachbereich des Südtiroler Künstlerbundes gegründet und bis 1998 von Ferruccio Delle Cave aufgebaut und betreut. Seit 1999 ist Karin Dalla Torre Leiterin der Literatur-Servicestelle. Die Zeitungsausschnittsammlung, die Nachlassmaterialien, das Fotomaterial, die Tonträger und die "Graue Literatur", die gesammelt und archiviert werden, ergänzen den Buchbestand der Bibliotheken um wichtiges Datenmaterial. Das Herzstück der Sammlung ist der umfangreiche Nachlass von Alfred Gruber, der 1999 durch testamentarische Verfügung in den Besitz der Dokumentationsstelle überging. Darüber hinaus ist der Nachlassbestand der Dokumentationsstelle in den letzten Jahren laufend gewachsen und umfasst heute zum Beispiel auch unveröffentlichte Nachlassmaterialien von Franz Tumler und Hubert Mumelter sowie die Nachlässe von Maria Veronika Rubatscher, Hans Faber-Perathoner, Franz Josef Noflaner, Maria Ditha Santifaller, Pius Santifaller, Lea Selm und anderen. Texteditionen aus den Nachlässen stehen ebenso im Mittelpunkt der Arbeit wie die Sammeltätigkeit. Auch wissenschaftliche Beratung bei Literaturrecherchen für Diplomarbeiten, Dissertationen und andere Publikationen im In- und Ausland wird angeboten. Die Dokumentationsstelle verfolgt das regionale literarische Geschehen, pflegt regen Kontakt mit den Autorinnen und Autoren und beobachtet die literarische Entwicklung in und um Südtirol. Über die rezeptive Arbeit hinaus arbeitet die Servicestelle an ihrem Ziel durch Veröffentlichungen und durch die synergetische Zusammenarbeit mit anderen Literatur- und Kulturorganisationen produktiver Kristallisationspunkt für Literatur und Kultur zu sein und greifbare und sichtbare Zeichen zur Innensicht des regionalen Literaturraumes zu setzen. Das im Mai 2001 erschienene "Bilderlesebuch" zu Alfred Gruber (Edition Raetia 2001), das von Karin Dalla Torre und Ferruccio Delle Cave herausgegeben wurde, umreißt 30 Jahre Literaturentwicklung in Südtirol. Für die neue literarische Jahresschrift "fildadressa. Kontexte der Südtiroler Literatur", deren erste Ausgabe von Karin Dalla Torre und Alma Vallazza herausgegeben wurde (Edition Raetia 2001), hat Alma Vallazza den Nachlass des Grödner Malers und Dichters Franz Josef Noflaner in einem umfangreichen Porträt bearbeitet. In den Jahren 2000 und 2001 sind Sondernummern der dokumentationsstelle für neuere südtiroler literatur der Zeitschrift "kulturelemente. Zeitschrift für aktuelle Fragen" erschienen, die von der "Distelvereinigung" in Bozen herausgegeben wird. In den letzten Jahren hat die dokumentationsstelle gemeinsam mit dem Kreis Südtiroler Autorinnen und Autoren, der Distelvereinigung, dem Österreichischen Kulturinstitut in Mailand, dem Folio Verlag und der Edition Raetia u. a. Lesungen mit Helene Flöss, Eva Rossmann und Joseph Zoderer angeboten. Auch als Mitveranstalterin der "Literaturwoche in der Bozner Carambolage" 1999 und 2001, von erfolgreichen Schreibworkshops mit Eva Rossmann (2000), Renate Welsh (2001) und Sepp Mall (2002) in Zusammenarbeit mit dem Jugendkinderbuchzentrum im Südtiroler Kulturinstitut führt die Dokumentationsstelle bewährte Kooperationen weiter. Ein größeres Dokumentationsstellen-Projekt der kommenden Jahre ist eine multimediale und interkaktive CD-Rom über die Literatur der letzten Jahrezehnte in Südtirol. Die Vorarbeiten dafür wurden bereits 2001 aufgenommen. Als Wissensspeicher, als Kooperationspartnerin und Anlaufstelle für literarische Anliegen leistet die "dokumentationsstelle für neuere südtiroler literatur" ihren Beitrag zum Literatur- und Kulturleben in Südtirol.