Hubert Kostner

Msuite

21.06. - 19.09.2008

Durch die Austragung der Manifesta7 in der Provinz wird erstmals internationale zeitgenössische Kunst, die temporär in die Kulisse Alpenraum eingebettet wird, zum Anziehungsmagneten für Touristen. Die Besucher, welche die Veranstaltungen auf der Bühne der Region betreten, schlüpfen unweigerlich in die Rolle des Kunsttouristen und werden Teil des inszenierten Spektakels.
Der Südtiroler Künstlerbund hat Hubert Kostner beauftragt - adaptiert auf diese neue Art des Fremdenverkehrs - ein Kunstprojekt zu entwerfen, in dem die professionalisierte Anpassungsfähigkeit der einheimischen Bevölkerung gegenüber den Anforderungen der Gäste thematisiert wird: Die 160 m² große Ausstellungsfläche der Galerie Prisma wird zu einer bewohnbaren Installation umfunktioniert. Der Künstler konzipiert das Innenleben der Galerie völlig neu und baut aus recycelten Hotelmöbeln vier Skulpturen, benannt nach den Hotels, welche ihre ausrangierten Einrichtungen zur Verfügung gestellt haben. Die Skulpturen sind einerseits Ausstellungsobjekte und gleichzeitig funktionieren sie als Zimmer für Gäste, so hat zum Beispiel jede Skulptur seine eigene Minibar. KunsttouristInnen können die Galerie wie ein Hotelzimmer buchen. Die Absicht der Reisenden, sich mit Kunst auseinanderzusetzen, wird durch die Übernachtung in der Msuite in einen totalitären Kontext gestellt.
Msuite ist ein Experiment, ein Versuch, die unterschiedlichsten Teilbereiche unserer Lebensstrukturen zu öffnen, zu visualisieren, zu überwinden und miteinander zu verschmelzen.

(Fotos: SKB, Foto Ochsenreiter)

lg md sm xs