Ivan Lardschneider

29.09.2011
Katalogpräsentation

 

Der junge Grödner Künstler Ivan Lardschneider hat in diesem Jahr große Schritte in Richtung Erfolg gemacht: Nicht nur, dass er seine Werke auf der 54. Biennale von Venedig im Arabisch-Syrischen Pavillon präsentiert, sondern zudem stellt er seinen ersten größeren Werkkatalog vor.

Lardschneider arbeitet in der Tradition der Grödner Bildhauer. Er schafft durch handwerkliche Bearbeitung Figuren aus heimischem Holz. Auch wenn die Herstellung seiner Objekte und Skulpturen eine klassische Haltung, die eng mit seiner Herkunft verbunden ist, vertritt, so sind die Ergebnisse in keiner Weise althergebracht. Lardschneider gelingt die Verbindung aus Tradition und neuer Ausdrucksform. Seine Objekte verkörpern eine eigenwillige und originelle Formensprache, die einen hohen Wiedererkennungswert besitzt. Witzig und raffiniert produziert der 32-Jährige Figuren, die an Comics oder verbildlichte Anekdoten aus dem Leben denken lassen. Das Experimentieren mit Proportionen, Verschiebungen, Verknüpfungen und Demontagen wird dabei zum Zündstoff seiner stilisierten metaphorischen Figurationen: Überdimensionierte Köpfe bringen schmächtige Körper zum Kippen oder schweben wie Luftballone an einem Seil gesichert durch den Raum. Extremitäten, wie riesige Hände, die sich an den viel zu kleinen Kopf fassen oder Füße, die wie Säulensockel fest am Boden stehen sind Beispiele seiner fantasievollen Skulpturenreihen. Nasen, die wie jene von Pinocchio dem Gesicht einen ungewöhnlich humoristischen Ausdruck verleihen oder verblüffend blickende Augen, die von kindlicher Naivität gezeichnet sind, gelten als charakteristisch für Lardschneiders Figurenkosmos. Neben den eindeutig neckischen Blick des Künstlers auf die Welt, verbirgt sich dahinter durchaus ein kritischer Zugang, der menschliche Züge - wie den manchmal kopflosen, den abgehobenen, den verbohrten oder den heimlich flunkernden Menschen - in einer allzu perfekten Welt entlarvt.


 

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