GARTEN/GIARDINO - 70 Jahre Südtiroler Künstlerbund

2.9.2016, 18 Uhr
Hofburg Brixen
3.9. - 30.10.2016

In Zusammenarbeit mit der Hofburg Brixen.



164 Kunstschaffende, allesamt Mitglieder des Südtiroler Künstlerbundes, aus den Bereichen Bildende Kunst, Architektur, Literatur und Musikkomposition zeigen anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Südtiroler Künstlerbundes ihr Schaffen. „Der Künstler als Gärtner“ ist im erweiternden Sinn das Leitmotiv dieser umfassenden Werkschau.

Neben den für Sonderausstellungen adaptierten Räumen in der Hofburg Brixen, werden teilweise auch die Prunkräume im zweiten Obergeschoss, sowie die Arkadengänge, der großzügige Innenhof und der Keller mit Gegenwartskunst pointiert, sodass reizvoll inszenierte Dialoge zwischen historischer und aktueller Kunst, zwischen Objekt und Raum entstehen.

Der Garten ist Sinnbild für das Prozesshafte, das sich ständig Wandelnde. Der Garten als Ort des Werdens, der nicht eindeutig zu fassen ist, balancierend zwischen Eindeutigkeiten und Transformationen. Die Zeit spielt in ihm eine essentielle Rolle. Pflanzen wachsen und verändern ihr Aussehen. Im jahreszeitlichen Rhythmus werden unterschiedliche Stimmungen erzeugt. Sein Endzustand ist nicht absehbar, auch wenn der Gartengestalter eine noch so klare Vorstellung vom Ganzen hat. Offenheit in Bezug auf Werden, Wachsen und Regeneration ist das Prinzip des Gartens und entspricht somit jenem der Kunst der Gegenwart. Das Säen eines Gedankens, das Austreiben einer Idee, das Heranreifen eines Konzeptes, das haptische oder sinnliche Erblühen durch visuelle Realisierung und schließlich die Transformation zum bleibenden oder vergehenden Werk vereint das natürliche Schaffen von Kunst und das Werden kultivierter Natur.

So heterogen die Auseinandersetzung, die Fragestellungen und Zugangsweisen zu Medien und Thematik dreier Generationen von Künstlerinnen und Künstlern sind, so weitgefächert und durchwachsen zeigt sich die Werkschau. Das Oeuvre erstreckt sich über großformatige und kleinteilige Malerei, die von realistischen Blumenbildern über ausschweifende Landschaften bis hin zu intimen Stimmungsbildern reicht. Der Bereich Fotografie schließt dichte Gartenanlagen aus der Vogelperspektive sowie Makroaufnahmen von Pflanzenteilen, witzige Collagen oder, der traurigen aktuellen weltpolitischen Situation entsprechend, Meere von Gedenkblumen mit ein. Klassisch figurative Formen in Bronze oder Holz, installative Objektkunst, in der Tomaten künstlich gezüchtet oder Karotten durch Infusionen genährt werden, sowie verwirrende Geflechte aus Naturmaterialien oder den Besucher fordernde interaktive Projekte und Videoarbeiten durchziehen den Ausstellungsparcours. In den Barocksälen des Hauses überraschen leuchtende fantastisch anmutende organische Glasformen, in Aluminium gegossene Siloballen oder überdimensionale Blüten aus Nylonstrümpfen. Literarische Texte heimischer Autorinnen und Autoren sowie musikalische Auszüge von Komponistinnen und Komponisten entführen den Besucher durch Audioinstallationen in Fantasiegärten. Architekten zeigen Beispiele gelungener Gartenanlagen und Kulturraumgestaltungen.

Der Garten zeigt sich in dieser Ausstellung nicht als Idealbild einer gezüchteten und kultivierten Natur, sondern vielmehr als Wildwuchs unbändiger Ideen.


Teilnehmende Künstler und Künstlerinnen:
Leonhard Angerer, Lois Anvidalfarei, Gino Alberti, Roland Baldi, Claudia Barcheri, Hanna Battisti, Thea Blaas, Walter Blaas, Julia Bornefeld, Amadeus Bortolotti, Robert Bosisio, Maria Burger, Peter Chiusole, Isolde Christandl, Jette Christiansen, Arnold Mario Dall’O, Erich Dapunt, Guido Daurù, Nicoló Degiorgis, Aron Demetz, Eduard Demetz, Jasmine Deporta, Margareth Dorigatti, Hannes Egger, Robert Engl, Paul Feichter, Monika Fiechter Rossi, Monika Fioreschy, Julia Frank, Christine Gallmetzer, Christian Gamper, Ruth Gamper, Beate Gantz, Markus Gasser, Werner Gasser, Marianna Gostner, Herbert Grassl, Elisa Grezzani, Luise Gruber Kainrath, Urban Grünfelder, Friedrich Gurschler, Sonya Hofer, Arnold Holzknecht, Elisabeth Hölzl, Irene Hopfgartner, Erika Inger, Marianne Ilmer Ebnicher, Franz Irsara, Josef Irsara, Rainer Kainrath, Alexander Kaiser, Wil-ma Kammerer, Martin Kargruber, Peter Kaser, Margareth Kaserer, Christian Kaufmann, Manuela Kerer, Hannes Kerschbaumer, Ingrid Klauser, Hans Knapp, Armin Kofler, Arthur Kostner, Hubert Kostner, Irene Kubicek, Giancarlo Lamonaca, Cäcilia Lobis-Mian, Cornelia Lochmann, Michael Lösch, Ivo Mahlknecht, Margareth Mair Daurù, Albert Mayr, Albert Mellauner, Reinhilde Menz, Wolfgang Meraner, David Messner, Franz Messner, Verena Messner, Sissa Micheli, Markus Moling, Arianna Moroder, Hansjörg Mutschlechner, Dietrich Oberdörfer, Daniel Oberegger, Gabriela Oberkofler, Elisabeth Oberrauch, Trull Oberrauch, Robert Pan, Herbert Paulmichl, Pardeller Putzer Scherer Architekten, Hubert Patscheider, Simon Perathoner, Lissy Pernthaler, Margaretha Pertoll, Marco Pietracupa, Christian Piffrader, Anne Marie Pircher, Konrad Plaickner, Helga Plankensteiner, Martin Pohl, Petra Polli, Kuno Prey, Romana Prinoth, Alrun Prünster Soares, Alexander Raich, Josef Rainer, Martin Rainer, Simon Rauter, Felix Resch, Sabine Rubatscher, Hermann Josef Runggaldier, Thaddäus Salcher, Saskia Saurer, Hubert Scheibe, Markus Scherer, Robert Scherer, Matthias Schönweger, Philipp Schraut, Luis Seiwald, Flavio Senoner, Berty Skuber, Sergio Sommavilla, Guido Sotriffer, Marius Spiller, Anke Stampfer, Luis Stefan Stecher, Lois Steger, Sonja Steger, Thomas Sterna, Hubert Stuppner, Sieglinde Tatz Borgogno, Barbara Tavella, Franz Thaler, Hartwig Thaler, Paul Thuile, Hermann Trebo, Othmar Treffer, Daniela Trocker & Jörg Zemmler, Stefan Tschurtschenthaler, Heinrich Unterhofer, Birgit Unterholzner, Adolf Vallazza, Andrea M. Varesco, Oskar Verant, Willy Verginer, Peter Verwunderlich, Claus Vittur, Helga von Hofe, Maria Walcher, Ernst Waldner, Bruno Walpoth, Elisabeth Weiss, Karin Welponer, Sara Welponer, Elfi Widmoser, Peter Wiedenhofer, Anna Wielander Platzgummer, Albert Willeit, Gustav Willeit, Ruediger D.M. Witcher, Wolfgang Wohlfahrt, Linda Wolfsgruber, Andreas Zingerle, Wolfgang Zingerle


Zur Ausstellung erscheint ein 400-seitiger Katalog.
Die Ausstellung wird am 2. September um 18 Uhr mit anschließendem Fest und begleitet von Performances eröffnet.



Fotos: Oliver Jaist, Leonhard Angerer
 

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