Kompositionswettbewerb des SKB - Konzert der Finalisten mit Preisvergabe

20.7.2016, Toblach (anlässlich der Gustav Mahler Musikwochen)
18 Uhr, Mahler Saal


Windkraft – Kapelle für Neue Musik
Kasper de Roo, Leitung

Federico Campana (*1981)
Pasolini fragmente (2016), für Streichtrio, Bassklarinette, Schlagzeug und Zuspielband (2016)

Giuseppe Gammino (*1983)
Siddharta (2016), für Bassklarinette, Klavier, Akkordeon, Tam-Tam, Violoncello

Hannes Kerschbaumer (*1981)
Schlieren, für Ensemble und optionale Zuspielung (2016), für Zuspielung, Percussion,
Klavier, Akkordeon, Posaune, Violoncello, Bassklarinette, Viola, Trompete, Violine

Mathias Johannes Schmidhammer (*1991)
Sisu, für kleines Ensemble (2016), für Klarinette, Trompete, Posaune, Schlagwerk, Klavier, Violine, Viola, Violoncello

Konrad Tavella (*1981)
Sturdust (2016), für Bassklarinette, Trompete, Posaune, Akkordeon, Violine, Viola, Violoncello, Klavier, Percussioni (2016)

Manuel Zwerger (*1992)
Quantum Walk (2016), für Trompete, Bassklarinette, Klavier, Schlagwerk, Geige, Bratsche, Violoncello


Kompositionswettbewerb des Südtiroler Künstlerbundes (SKB)
Der Südtiroler Künstlerbund hat im Herbst 2015 einen Kompositionswettbewerb für junge KomponistInnen ausgeschrieben. Die Zielsetzung ist die Bekanntmachung und Förderung junger KomponistInnen, sowie die Förderung der Produktion von neuen Werken.
Der Wettbewerb richtet sich an KomponistInnen, die ihren Wohnsitz in der Europaregion Tirol Südtirol Trentino haben, hier geboren sind oder studieren. Zugelassen sind Einzelpersonen die nach 1979 geboren sind. Die Besetzung der Werke muss aus folgenden Instrumenten bestehen (es müssen nicht alle angeführten Instrumente verwendet werden, jedoch mindestens 5): Klarinette/Bassklarinette, Trompete, Posaune, Akkordeon, Klavier, Percussion, Violine, Viola, Violoncello, Zuspielklänge (keine live Elektronik). Die eingereichten Werke müssen eine Länge von 6 – 12 Minuten haben.
Innerhalb März mussten die Komponisten ihre Werke beim SKB einreichen. Eine Jury hat die Werke bewertet und sechs Finalisten ausgewählt, deren Werke am Mittwoch, 20. Juli im Mahler Saal im Rahmen der Gustav Mahler Musikwochen von Windkraft – Kapelle für Neue Musik unter der Leitung von Kasper de Roo uraufgeführt werden. Die Jury reiht die Aufführungen anschließend an das Konzert vom 1.- 3. Platz. Zudem wird ein Publikumspreis vergeben.

Jury: Kasper De Roo, Beat Furrer, Carlo Galante, Bernhard Gander, Hubert Stuppner

Wettbewerbskoordinatoren Josef Lanz und Eduard Demetz.

1. Preis
Mathias Johannes Schmidhammer
(*1991)
Sisu, für kleines Ensemble (2016), für Klarinette, Trompete, Posaune,
Schlagwerk, Klavier, Violine, Viola, Violoncello/ per clarinetto, tromba, trombone, percussione, pianoforte, violino, viola, violoncello
2.500 Euro (gestiftet von Dr. Arch. Joachim Rubner)

2. Preis
Giuseppe Gammino
(*1983)
Siddharta (2016), für Bassklarinette, Klavier, Akkordeon, Tam-Tam, Violoncello/ Per clarinetto basso, pianoforte, fisarmonica, tam tam, violoncello
1.500 Euro (gestiftet von der Gemeinde Toblach und den Gustav Mahler Musikwochen)

3. Preis 
Hannes Kerschbaumer
(*1981)
Schlieren, für Ensemble und optionale Zuspielung (2016), für Zuspielung, Percussion, Klavier, Akkordeon, Posaune, Violoncello, Bassklarinette, Viola, Trompete, Violine/ Per „fixed media“, percussione, pianoforte, fisarmonica, trombone, violoncello, clarinetto basso, tromba, violino
1.000 Euro (gestiftet vom Südtiroler Künstlerbund)

Publikumspreis
Mathias Johannes Schmidhammer
(*1991)
Sisu, für kleines Ensemble (2016), für Klarinette, Trompete, Posaune,
Schlagwerk, Klavier, Violine, Viola, Violoncello/ per clarinetto, tromba, trombone, percussione, pianoforte, violino, viola, violoncello
1.000 Euro (gestiftet von Musik Sommer Pustertal)


Mathias Johannes Schmidhammer
wurde 1991 in Meran in Südtirol geboren. Seine pianistische Laufbahn begann an der Musikschule Meran, wo er 13 Jahre lang von Margrit Schild unterrichtet wurde. Seit 2010 studiert  er Klavier-Pädagogik an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien bei Harald Ossberger, seit 2011 studiert er außerdem Komposition bei Michael Jarrell und Johannes Maria Staud, zwei der international anerkanntesten Komponisten für Neue Musik.
Er gewann als Pianist in diversen Ensembles mehrere erste Preise beim Bundeswettbewerb Prima la Musica, sowie beim internationalen Wettbewerb Cittá di Moncalieri, weiters einen zweiten Preis beim internationalen Wettbewerb Premio Vittoria Caffa Righetti in Cortemilia.
Zu seinen jüngsten Erfolgen als Komponist zählt die Auswahl seiner Drei Stücke für Klaviertrio für den internationalen Joseph Haydn – Kammermusikwettbewerb in Wien als Pflichtstück, sowie die Drucklegung der Stücke beim Doblinger-Verlag (Wien). Sein Ensemblewerk The Rest is Silence wurde 2015 vom Webern Ensemble Wien im Großen Sendesaal des RadioKulturHaus aufgeführt. Zuletzt schrieb er Werke für das Klavierduo Ossberger Marantos, sowie für das wiener Projekt Die Welt in Klang gefasst, bei dem Neue Musik in Kirchen aufgeführt wird.

Giuseppe Gammino
Giuseppe Gammino wurde 1983 in Palermo geboren. Im Jahre 2007 schloss er das Konservatorium „V. Bellini” von Palermo mit einem Geigendiplom ab. 2011 diplomierte er sich in Musikwissenschaft an der Universität Palermo. In Bozen studierte er bei Heinrich Unterhofer Komposition am Bozner Konservatorium und schloss 2014 das Triennium cum laude ab. Er hat in verschiedenen Orchestern gespielt und hat mit dem Pressebüro des Teatro Massimo von Palermo zusammengearbeitet. Zurzeit schreibt er für die Online-Zeitschrift Musicheria. 2013 wurde er am Kompositionswettbewerb „Ein Divertimento für das Zusammenleben" für sein Stück für Flöte und Violine Quasi un divertimento besonders erwähnt. Im selben Jahr wurde sein Werk per aspera AD ASTRA für Bassklarinette, Viola und Live-Elektronik im Museion von Bozen aufgeführt. Das Stück Connection failed wurde am 5. November 2014 am 40. Festival für zeitgenössische Musik aufgeführt. Er studiert bei Luca Macchi Komposition am Bozner Konservatorium, um das Biennium abzuschließen.

Hannes Kerschbaumer
geboren 1981 in Brixen (Südtirol, Italien). Erste Kompositionsstudien am Konservatorium Bozen. Ab 2004 bei Gerd Kühr, Pierluigi Billone und Beat Furrer an der Kunstuniversität Graz. Weiterführende Studien bei Georg Friedrich Haas an der HfM Basel. Seine Werke wurden bei Festivals wie den Internationalen Ferienkursen Darmstadt (2010), dem Musikprotokoll im Steirischen Herbst, den Klangspuren Schwaz, den Wittener Tagen neuer Kammermusik, Transart, dem World Saxophon Congress 2012, der Oper Graz u.a . uraufgeführt. Zusammenarbeit mit Ensembles wie dem Arditti Quartet, dem Vertixe Sonora Ensemble, dem dissonArt Ensemble, dem TENM (Tiroler Ensemble für Neue Musik), dem Streichquartett des Klangforum Wien, PHACE, Haydn Orchester und Musikern wie Krassimir Sterev, Robert Gillinger, Pia Palme, Caroline Mayrhofer u.v.a.
Hannes Kerschbaumer erhielt den Musikförderpreis der Stadt Graz (2009), das Startstipendium des bm:ukk (2012), das Hilde-Zach-Kompositionsförderstipendium der Stadt Innsbruck (2013), das Andrzej-Dobrowolski-Kompositionsstipendium des Landes Steiermark (2014), den SKE Publicity Preis 2015, das Staatsstipendium für Komposition (2016). Finalist des 5. + 6. Johann-Joseph-Fux-Opernkompositionswettbewerbes des Landes Steiermark. Composer in Residence 2015 beim IZZM (Kärnten). Er ist Mitbegründer des ensemble chromoson, sowie künstlerischer Leiter von"hörbar! - tag der neuen musik". Mitglied des Elektronik-Trios „darkmatter“. Derzeit lebt Hannes Kerschbaumer als freischaffender Komponist in Innsbruck.


Federico Campana
wurde 1981 in Cento (Italien, Provinz Ferrara) geboren. Lebt und arbeitet in Bozen als elektroakustischer Komponist und Multimediakünstler. Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen in Italien, Österreich und Deutschland: Miramonte film – Bozen (I), LaSarraz Pictures –Torino (I), Zone Media-Wien, Langbein & Partners – Wien (A), Florianfilm Gmbh- Köln (D) u.a.
2013 komponierte und produzierte er die Filmmusik für „Dal profondo”, welcher als bester Dokumentarfilm beim 8. Festival Internazionale del Film di Roma ausgezeichnet wurde. Er ist Mitglied des Projektes „dark matter” zusammen mit Hannes Kerschbaumer und Andrea Beggio und war im Vorstand der F.A.S., Film Association of South Tyrol dal 2012 al 2015. Seit 2011 betreibt er neben seiner „traditionellen” filmischen Tätigkeit auch die Produktion von Kunstfilmen, Multimediaperformances in Verbindung mit zeitgenössischer Musik. Seine Musik sowie seine multimedialen Arbeiten (eigene aber auch als Produzent für andere Künstler) wurden u.a. beim Festival zeitgenössischer Musik Bozen (I); High-Score music Festival Pavia (I); „hörbar! - tag der neuen musik “– Museion – Bozen (I); Klangspuren, Schwaz (A), TransArt (I) präsentiert.

Konrad Tavella
1981 in Bruneck geboren, beginnt Konrad Tavella sein Kompositionsstudium am Bozner Konservatorium „C. Monteverdi“ und schließt es 2009 bei Paolo Rimoldi am Mailänder Konservatorium „G. Verdi“ ab. Gleichzeitig diplomiert er mit Höchstpunktezahl in Musikwissenschaften mit einer Abschlussarbeit über den berühmten Violinisten Giuseppe Tartini. Sein Repertoire umfasst Kompositionen zeitgenössischer Musik wie Stücke für Hornquartette (Hornquartet, 2005), für Harfe, Flöte und Paetzold (Air, 2012) und für Ensemble (Hommage a Stravinsky, 2015). Er bearbeitete traditionelle ladinische Musik für Bläserquintett (Potpurri, 2011) und für Musikkapelle (Le ciastel dles stries, 2012). Kürzlich hat Tavella Musik für Theaterstücke komponiert und bearbeitet, u.a. die Szenenmusik für das Theaterstück „Quella musica ricordo“ (2014) und die Musik für die erste ladinische Operette „Le ciastel dles stries“ aus dem Jahre 1884, welche 2014 in einer überarbeiteten Version für Jugendliche aufgeführt wurde. Er unterrichtet Musikerziehung an der Mittelschule „Tita Alton“ in Stern und leitet den Kirchenchor Stern im Gadertal und den Chor Raiëta in Wengen.

Manuel Zwerger
Manuel Zwerger wurde 1992 geboren und studierte Oboe am Bozner Konservatorium. Zur Zeit studiert er Geschichte und Deutsch an der Universität Innsbruck sowie Komposition und Musiktheorie am Tiroler Landeskonservatorium bei Franz Baur. Aufführungen (Auswahl) im ORF Landesstudio Tirol, Südtirol und im Gustav Mahler-Saal der Wiener Staatsoper (Stipendiat des Richard Wagner Verbandes Wien 2015). Zusammenarbeit u.a. mit dem Ensemble konsTellation unter der Leitung von Ivana Pristašová und dem Ensemble Windkraft.



Windkraft – Kapelle für Neue Musik
Spezialensembles gewinnen im Bereich der Neuen Musik immer mehr an Bedeutung. In diese Reihe gliedert sich seit 1999 „Windkraft Tirol, Kapelle für Neue Musik“ (ein Orchester aus Holz- und Blechbläsern) auf besonders glückliche Weise ein. Auch von Seiten der Komponisten bestanden und bestehen keine Zweifel an der interpretatorischen Spitzenstellung von „Windkraft Tirol, Kapelle für Neue Musik“. Denn viele der Tiroler Musiker, die hier vertreten sind, sind Mitglieder in den führenden Orchestern Europas. Hinzu kommen junge Musiker, die zumeist am Landeskonservatorium Innsbruck studieren. Der Dirigent Kasper de Roo steht zudem für Kontinuität der Arbeit am Neuen.

Kasper de Roo ist ein international renommierter Interpret der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Nach seinen Studien am Konservatorium in Den Haag und Amsterdam debütierte 1979 beim Cabrillo Music Festival am Dirigentenpult und kurz darauf er wurde Preisträger beim Internationalen Wettbewerb für Junge Dirigenten in Besançon.
Neben dem bekannten Opernrepertoire, das er an den Opernhäusern in Amsterdam, Enschede, Brüssel, Berlin, Bonn, Stuttgart und als Opernchef in Innsbruck pflegte und der symphonischen Musik, die er in zahlreichen Orchesterkonzerten von Buenos Aires bis Warschau zur Aufführung brachte, leitete er insbesondere viele Uraufführungen zeitgenössischer Musik, u.a. von M. Kagel, G. Klebe und E. Nunes.
Mit dem Ensemble Modern verbindet Kasper de Roo eine bereits jahrelange regelmäßige Zusammenarbeit, die mit Uraufführungen von B. Furrer, E. Poppe und H. Zender sowie mit der Nominierung der CD-Produktion von Eliott Sharp's Tessalation Row für den PREIS DER DEUTSCHEN SCHALLPLATTENKRITIK 2004 besondere Ereignisse brachte.
Konzerte mit Neuer Musik leitete er beim Festival Wien Modern, Edinburgh Festival, Festival d'Automne Paris, Ultima Festival Oslo, Holland Festival, Festival Klangspuren, Transart Festival, Gulbenkian Festival, Schleswig-Holstein Festival und der Biennale Venedig u.a. mit dem Ensemble Modern, Remix Ensemble Porto, Ensemble Die Reihe Wien, die Musikfabrik Köln und der Oslo Sinfonietta.

 

Fotos: Max Verdoes

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