ShopAusschreibungen/Wettbewerbe

Monopoly

28.04.-16.05.2026
Stadt Galerie Brixen

Christoph Hinterhuber & Monomono
Maurizio Nardo, Ekehardt Rainalter

Vernissage
28.04.2026, 18 Uhr

Musikperformance Monomono

Kurator: Leander Schwazer 

 

StadtGalerie Brixen 
Monopoly
28.04.2026 - 16.05.2026
täglich 21 - 24 Uhr

Das Ende der Differenz

Der Zugang zum Seitenraum der Stadtgalerie Brixen ist durch eine Trennwand verschlossen. Dahinter befindet sich ein gläsernes Gefäß, dessen Oberfläche den blauen Schriftzug der Neonarbeit Paradies Produktion reflektiert. Bei dem Objekt handelt es sich um ein historisches Feuerzeug – ein sogenanntes Döbereiner Feuerzeug aus dem Jahr 1830. Es basiert auf der Reaktion von Schwefelsäure mit Zink, die eine Knallgasreaktion erzeugt und so Feuer entzündet. Einst als Tischfeuerzeug von Zigarrenrauchern verwendet, erscheint es heute wie ein Relikt technologischer, prometheischer Verheißung.
Die Figur des Prometheus steht für die Vorstellung eines durch Technik ermöglichten Fortschritts. Der Mythos verweist jedoch zugleich auf ein Spannungsverhältnis: Technische Entwicklungen eröffnen neue Handlungsspielräume und erzeugen gleichzeitig Abhängigkeiten. Der Mensch, der sich als Gestalter seiner Werkzeuge versteht, erlebt sich zunehmend auch als von ihnen bestimmt – zwischen Kontrolle und Kontrollverlust.

POLY SELF
Hinter einer perforierten Wand bleibt das Feuerzeug nur schemenhaft sichtbar – wie in einem Beichtstuhl. Das Licht von Paradies Produktion durchzieht den Raum und verweist konkret auf das Paradies weniger als als Projektions- und Produktionsfläche für Harmonie, Rückzug und Überschreitung, als Sehnsuchtsbild und konstruierter Raum zugleich.

META SEX
Der Dancefloor lässt sich in diesem Zusammenhang als sozialer und ästhetischer Raum verstehen. Im Zusammenspiel von Rhythmus, Bewegung und Wiederholung entstehen temporäre Gemeinschaften, in denen sich Wahrnehmung und Körpergefühl verschieben. Körper verlieren ihre festen Konturen, Beziehungen werden fluide, Hierarchien lösen sich auf und bilden sich neu. Der Dancefloor erscheint als Ritual, als Exzess und als kollektive Praxis. Die Galerie wird so zum Resonanzraum, in dem sich Körper und Klang verschränken. Ein Werden, kein Zustand.

SOCIAL SONIC PSYCHO BLURPS
Elektronische Beats wabern durch die Stadtgalerie, Sprachfragmente tauchen auf, zerfallen und verdichten sich zu Neologismen. Das in Zusammenarbeit mit Monomono (Maurizio Nardo und Ekkehardt Rainalter) entwickelte Musikstück greift auf eine seit 2007 entstandene Serie von Wortschöpfungen zurück. Diese erscheinen sowohl als gemalte Wortbilder im Raum als auch als gesprochene Sprache im Klang. Es entsteht eine Feedback-Schleife: Visuelles wird akustisch, Akustisches visuell. One hole for everything.

Hinterhubers Arbeiten stehen in der Tradition einer Kunst, die Sprache als Material begreift.  Seine in Rastern angelegten Sprachbilder sind Körperlich. Die Raster halten, aber der Inhalt entgleitet. Bedeutung ist Handlung, Sprache ist Rhythmus, Theorie ist Praxis. BLOB. Es geht nicht um das isolierte Werk, sondern um Übergänge, Überlagerungen, kollektive Prozesse. Zwischen MONO und POLY, zwischen Kontrolle und Auflösung entsteht ein Raum, der nicht festgeschrieben werden kann, sondern stetig in Bewegung ist.

Vor diesem Hintergrund gewinnt der Titel „Das Ende der Differenz“ an Schärfe. Gemeint ist nicht die Aufhebung aller Unterschiede, sondern deren Verschiebung: Die Grenzen zwischen Kunst und Musik, Bild und Sprache sowie zwischen Körper, Raum und Wahrnehmung werden durchlässig. Was getrennt erscheint, verschwimmt miteinander – oder war nie eindeutig voneinander getrennt.

SICK ASS TRASH

 

 

lg md sm xs