Willy Valier – Hommage zum 100 jährigen Jubiläum

01.02.-28.02.2020
Willy Valier

Stadtgalerie Bozen

Vernissage 1.2.2020, 11.00 Uhr

Ausstellungsdauer 1.-28.2.2020

Öffnungszeiten

Di-So 10.00 – 12.00 und 14.00 – 18.00 Uhr

Anlässlich des 100-jährigen Geburtstag von Willy Valier (Bozen, 1920 - 1968) wird vom Südtiroler Künstlerbund und der Galerie Alessandro Casciaro mit Unterstützung der Gemeinde Bozen eine Ausstellung mit dem Titel "Willy Valier – Hommage zum 100-jährigen Jubiläum“ in der Stadtgalerie Bozen ausgerichtet.
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von 25 realisierten Werken, die im Zeitraum Ende der 50iger Jahre bis 1967 geschaffen wurden. Die Werke stammen aus verschiedenen privaten und öffentlichen Sammlungen, u.a. dem Museion für Moderne Kunst, der Sammlung Kreuzer und der Sparkasse Bozen. Der Werkumfang von Willy Valier umspannt einen Zeitbogen von nur 15 Jahre und kann in 3 Phasen unterteilt werden. Der erste Zyklus umfasst die Jahre von 1953 bis 1958 und wird durch die erste Ausstellung in Wien in der Galerie Würthle und der 6. Ausgabe der "Regionale d'Arte" in Bozen eingegrenzt. Diese Werke sind geprägt von fabelartig anmutenden Gestalten, wie Harlekine, Fische und Vögel, die in einem fragilen Gleichgewicht zwischen Fantasie und Realität changieren.
Gegen Ende der 50iger Jahre war in Europa und Amerika ein Wandel lesbar, die mit der Verbreitung des abstrakten Expressionismus Einzug hielt; Abstrakte und informelle Kunstrichtungen verbreiteten sich. Repräsentiert von Namen wie Alberto Burri, Antoni Tapies, Jean Dubuffet oder Jean Fautrier spielt die Materialität zusehends eine Rolle in der Malerei. Auch Valier lässt sich von dieser Strömung mitreißen.
Die Reinheit und die Kraft dieses expressiven Ausdrucks sowie die Möglichkeit das Wahre über eine natürliche Verbindung zu erfassen, im Gegensatz zur illustrativen Nachahmung reizt Valier. Damit lässt er die Figuration hinter sich, um die zarten Zeichen des Objekts und des Subjekts in den Verführungen des vollendeten Werks mit Hilfe ungewöhnlicher Medien aufzulösen, sodass durch dreidimensionale Oberflächen neuer Raum geschaffen wird. In dieser zweiten Periode seiner Tätigkeit, experimentiert er über die üblichen Farben hinaus mit ungewöhnlichen Materialien wie Gips, Zement, Sand und Vinavil. Das Material wird zum Forschungsgegenstand, verstanden als eine Einheit, die zu autonomen Bedeutungen fähig ist. (Pierluigi Siena, 1987)
Seit 1962 nähert sich Valier wieder der Figuration. Seine Werke sind nun, befreit von jeglichem formalen Zwang in ihrer Ausdruckskraft. Gekennzeichnet durch den klaren Gebrauch des Zeichens, das sich in die Materialität einschleicht. Zur Strukturierung werden die Inhalte mit persönlichen Bedeutungen angereichert und zu einem erweiterten Bewusstsein geführt: Nicht selten zu kritischen, gar heftigen Kritik an der Gesellschaft und den vorherrschenden Sitten seiner Zeit.
Zusammen mit Hans Ebensperger, Josef Kienlechner und Karl Plattner bleibt Willy Valier bis heute als einer der innovativsten und avantgardistischsten Künstler, die das Territorium nach dem Zweiten Weltkrieg hervorgebracht hat, in Erinnerung. Kunstkritiker wie Gottfried Hohenauer, Pierluigi Siena, Luigi Serravalli oder Künstler, mit denen er auch in enger Freundschaft verbunden war, wie Pierluigi Baratella oder Gino Scarpa, schrieben und beschäftigten sich mit ihm. So will auch diese Ausstellung, das Schaffen von Willy Valier näher bringen, in Erinnerung rufen und ehren.

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